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Dienstag, 10. September 2013

höllentier

Beschweren? Nicht drin

Ich werde wach durch den Wecker meines Freundes. Er setzt sich auf und zieht die Decke weg, mir wird kalt. Ich klettere auch aus dem Bett und gehe ins Bad, wo ich schon gleich die Waage sehe, welche mich beboachtet, Schritt für Schritt. Nein, erst später, wenn er weg ist. Ich steige ins warme Bett, wo mein Freund für mich schon eine Wärmflasche gemacht hat - er weiß was ich brauche, sogar meine Fresserei. Ich nicke ein und hoffe erst spät aufzuwachen, doch ich werde erneut durch meinen Freund geweckt, der eine rauchen will. Ich setze mich im Halbschlaf hin und drehe mir eine. Ich zünde sie mir an, 1-2-3; ich puste den Rauch aus und genieße meinen ersten Zug. 1-2-3; und wieder umgibt mich der blauweiße Rauch - wieso kann ich nicht fortschweben, wie er? Einfach immer dünner und blasser werden - verpuffen und vergessen werden. Traumvorstellung - Ich wische den Gedanken weg, wie den Rauch vor meinem Gesicht. Wiegen, ist mein einziger Gedanke. Die hohen Zahlen schreien "Versager" und immer wieder "Versager". Ich versuche gefasst zu bleiben, er darf nicht wissen, dass ich zugenommen habe, dass mich das wieder so mitnimmt. So manch einer Streit hatte dieses Thema. Gefasst bleiben, nichts anmerken lassen. Facettenreich durchs Leben, was sonst. So war es doch schon immer. Nicht zeigen, dass man verletzt ist, dass man sauer ist - unnötige Fragen.

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Der bittere Geschmack wird vom Zug meiner Zigarette überdeckt. Ich streiche mir eine Strähne aus meinem blassen Gesicht und fahre mir über meine tiefen Augenringe, die meine Augen umstreicheln. Ich ziehe weiter an meiner Zigarette, die grade das einzige ist, was mich glücklich macht und ablenkt. Ich denke noch einmal darüber nach, was passiert ist, doch streiche die Gedanken gleich weg und sage mir, dass das Höllentier wieder in seinen Käfig muss - wenigstens für eine Weile. Die Waage schrie mir nichts entgegen, blieb stumm- immerhin etwas. Ein kleines Glücksgefühl, was aber nie lange anhält. Schon garnicht an den Gedanken, wie der restliche Tag werden soll. Es ist trist und dunkel draußen, was fällt wenig Licht herein. Das Wetter spiegelt meine Laune wieder, ein wenig jedenfalls. 

1/2 Apfel, 1 Knäcke mit light Käse, 1 Ei - das ist noch zu ertragen.

1 Kommentar:

  1. Mausi, ich mag gar nicht, dass es dir so schlecht geht... Aber mir geht es ähnlich, nur dass Du dich zur Zeit auf jeden Fall besser schlägst als ich. Du kannst das.und Du weißt dass Du jederzeit anrufen kannst ja? Egal wie viele Kilometer uns trennen, egal was auch kommt-ich bin immer da. Immer.

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