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Dienstag, 16. Februar 2016

silent.pain

Ich brauche es.
Ich kann nichht aufhören.
Ich will es.
Es hilft mir.
Ich lasse den Schmerz raus.
Mit jedem einzelnen Tropfen.
Die Klinge ist rot.
Meine Hände voller Blut.
An meinen Armen quillt es heraus.

Es tut mir leid, ich bin eine Versagerin.

Donnerstag, 11. Februar 2016

sometimes.alone

Die Nachtluft ist kalt.
Vereinzelt sind Sterne zu sehen.
Die frische, kühle Luft tut gut.
Meinem Körper, dem Kreislauf, dem Kopf.
Noch immer hab ich den bitteren Geschmack im Mund.
Selbst meine Zigarette kann ihn nicht überdecken.
Mein Blick ist streng nach vorne gerichtet,
nur keine Menschen ansehen.
Wie sie urteilen, dich verachten und sich ihre Gedanken machen.
Mich überkommt ein Gefühl der Einsamkeit.
Ich vermiss fucking nochmal meinen Freund.
Ich fühle mich wirklich einsam,
ohne ihn, scheiß Abhängigkeit.
Niemand ist da, niemand kann mir helfen.
Ich ertrinke mit meinen Gedanken,
mit meinen Gefühlen, mit meinem Chaos.
So viele Menschen und doch einsam.
Alleine bin ich nicht.
Jeden Tag habe ich mit Menschen zu tun.
An der Kasse beim Kaffee holen,
in der Bahn, auf Arbeit und in der Schule.
Doch keiner kann den Schmerz sehen.
Niemand kann den Schmerz fühlen.
Keiner schafft es, ihn mir zu nehmen.
Den Schmerz, die Unerträglichkeit und den Wunsch zu Sterben.
Es ist unfair, zu verlangen, dass es jemand könnte
oder auch nur daran zu denken.
Ich vermag nichts auf andere abzuladen,
schon garnicht auf die, die ich liebe.
Ich rede nicht gerne über mich, meine Gefühle,
mein Versagen und meine Schwäche.
Es geht niemanden was an.
Und niemand wird es je verstehen können.
Und so dränge ich mich selbst in die Einsamkeit.
Ich möchte doch nur, dass es endlich aufhört,
die Krankheit, mein Leben, diese Scheiße.
Verwirrend alles, ich weiß.
Meine Gedanken sind verstrickt und selbst für mich manches Mal nicht nachvollziehbar.
Aber so bin ich.
Einsam, mit dem Schmerz, den Gefühlen, die ich nicht auszuprechen vermag.



Sonntag, 7. Februar 2016

it.is.mine

Ich glaube, mir ist ein wenig was bewusst geworden.
Vielleicht weiß ich, wieso man nicht loslassen kann.
Wieso man sich so verbittert an das hält, was einen innerlich verbrennt.
Wieso man nicht loslassen kann von dem, was einen tiefer zieht.

Es ist meins.
Ganz kurz gesagt.
Niemand kann es mir wegnehmen, egal was getan wird.
Nimm dem Alki den Alkohol weg.
Nimm dem Drögi die Spritzen weg.
Der Freund verlässt dich oder entzieht dir Liebe.
Du wirst gekündigt oder Geld wird gestrichen.
Aber etwas, was in meinem Kopf ist, gehört allein Mir.
Jeder kann mich anschreien, mich schlagen, weinen und kämpfen.
Aber niemand wird es mir wegnehmen können.
Es ist meins, in meinem Kopf und niemand bekommt es.
Jeder hat schon einmal etwas verloren, was ihm lieb war.
Sei es der Freund, die Lieblingsuhr oder ein Stofftier.
Jeder hat schonmal etwas weggenommen bekommen.

Aber niemand wird es je schaffen das zu entziehen.
Niemand kann meinen Kopf aufschneiden und es rausholen.
Nein - Es gehört Mir, Mir alleine.
Wenn das fehlt, dann hab ich nichts mehr.
 Nichts.

Es gehört Mir alleine.

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Ja sowas geht in meinem Kopf vor, während ich mich fertig machen für ne abendliche Sause. Mein Kopf und mein Magen danken es mir heute sehr...
Wieso schmeckt Bier auch immer so gut ? Und wieso ist Whisky noch leckerer?
Ich bin nach langer Zeit mal wieder draußen gewesen und hab wieder richtig gefeiert. Die letzten Mal konnte ich nicht wirklich, weil ich fast nur am arbeiten bin oder das freie Wochenende mit meinem Freund genießen möchte. Es tat gut Bier zu trinken, zu rauchen, zu tanzen und Spaß zu haben.
Es benebelt den Kopf und reißt dich für kurze Zeit von aller Scheiße weg, die sich sonst in deinem Kopf anbahnt. Ich genieße dann den Moment, den Augenblick und habe nicht drölfzig weitere Gedanken, die meinen Kopf fast zum explodieren bringen.
Nein, der Abend war toll und es hat wirklich Spaß gemacht. Es tat gut mal wieder raus und unter Leute zu kommen... Muss ja auch mal sein.

Die nächsten Tage werd ich nicht(oder evtl übers Handy) schreiben können, El Freundo ist da.



Freitag, 5. Februar 2016

still.hungry

Es ist so paradox.
Je mehr ich hin mich hinein schlinge, desto hungriger werde ich.
Hungrig nach Liebe und Geborgenheit.
Hungrig nach einem Leben vor der Bulimie.
Hungrig nach einem besseren Leben und weniger Leben.
Ich will nicht den Pudding, die Schokolade oder den Muffin auskosten.
Nein, ich möchte vom wahren Leben kosten.
Das Leben, das nach Freiheit und Sehnsucht schmeckt.
Das Leben, das nach Liebe und Gesundheit schmeckt.

Der Geschmack des Lebens ist das kostbarste, was man hat.
Doch ich vergeude es mit dem Geschmack von Magensäure.

Das, was ich fresse, frisst mich auf.
Es verschlingt mich gierig.
Ich merke, wie ich zersetzt werde von der Säure des wahren Lebens.
Die, der Dunkelheit und der Verletzbarkeit.
Alles, was man möchte ist leben.

"Wieso tust du es nicht?"
"Du musst doch nur aufhören zu kotzen."
"Iss doch einfach nur normal und gesund"

Immer dieses "nur".
Es hallt nach.
Es ist nicht einfach nur ein "nur".
Sag der Magersüchtigen, sie braucht "nur" essen.
Sag der Bulimischen, sie muss "nur" aufhören zu brechen.
Sag der Esssüchtigen, sie muss "nur" aufhören zu essen.
Sag der Ritzerin, sie muss "nur" aufhören sich zu ritzen.

Es gibt so viele "nur"s.
Jeder wird die gleiche Antwort geben.
"Es ist nicht einfach damit aufzuhören, es ist ein Zwang, es ist eine Sucht."
Ja, ein Zwang und eine Sucht, die das Leben verdunkelt.
Jeder, der sich so eine Scheiße angelacht hat weiß, dass man nicht einfach so aufhören kann.

Ich selbst kann noch nicht einmal sagen, was mich dazu bewegt.
Was mich antreibt, was es auslöst.
Vermutlich die Einsamkeit, die Verletzlichkeit, die Angst zu versagen.
Dabei begebe ich mich selbst in Einsamkeit und versage mit jedem Bissen.

Es ist nie einfach und es hält einen fest.
Wie ein Schatten folgt es dir.
Es ist jede Bewegung, jedes ausgesprochene Wort.
Jede Träne, Freudenschrei oder Wutausbruch.

Es ist Ich und ich bin es.

Mittwoch, 3. Februar 2016

evening

Die kühle Nachtluft weht über mein Gesicht.
KIZ hämmert in meinen Ohren.
Schritt für Schritt laufe ich nach Hause.
Ich meide jeden Augenkontakt.
Es ist noch viel Verkehr.
Vereinzelt sehe ich noch Leute, die sich verabschieden.
Mein Magen tut weh.
Seit drei Tagen quasi nichts gegessen.
Jetzt das halbe Kräuterbaguette.
Verfressene Sau denke ich mir.
Ich höre jeden Schritt in meinen Ohren hämmern.
Jeder Zentimeter meines Specks wackelt mit.
Fettes Stück Dreck.
Es ist bewölkt, kein Stern funkelt, kein Mondlicht.
Meine fetten Beine werfen Schatten durch die Laternen.
Versagerin, beschissene Versagerin.
Ich zittere am ganzen Körper.
Die Tage schon am Zittern.
Immer wieder Kreislaufversagen.
Das sollte mir zu denken geben.
Ich grinse über meine Eigene Dummheit.
Unnützes, hässliches, fettes Mädchen.
Aus Dir wird eh nie was.
"Zum Geburtstag wünsche ich mir, dass ihr aufhört zu atmen"
Immernoch KIZ.
Meine einzigen Gedanken "Mein Geburtstagswunsch, ich möchte damit aufhören"
Es soll mich einfach treffen.
Ich selbst bin zu feige.
Fettes, feiges Stück Dreck.

Ein heftiger Windstoß kommt auf.
Meine Zigarette glüht.
Ich ziehe schnell einmal, zweimal, dreimal.
Der Rauch verzieht sich schnell.
Du hast keine Liebe verdient.

Zuhause im Kotzschloss.
Mein Magen schmerzt noch mehr.
Mir ist schlecht.
Mir wird komisch.

Selbst Schuld, Schlampe.

Montag, 1. Februar 2016

god.help.me

Er sitzt auf mir.
Erdrückt mich, nimmt mir die Luft zum Atmen.
Er hängt an mir, Tag für Tag.
Jede einzelne Sekunde.
Er sieht alles, was ich tue und verurteilt mich.
Ich kann nichts richtig machen, ich bin erbärmlich.
Esse ich etwas, bin ich unnötig und nichts wert.
Kotze ich die Scheiße wieder aus, bin ich ein Nichtsnutz.
Ein Nichtsnutz, dem das Blut aus den Adern tropfen sollte.
Nie lässt er mich alleine.
Niemals habe ich meine Ruhe.
Er schreit mir ins Ohr.
Dann flüstert er wieder.
Unnötig, fett, niemand liebt dich, bemitleidenswert, bring dich um, faules stück scheiße.
Er ist so schwer und kaum zu ertragen.
Doch ich halte ihn dennoch fest.
Es gibt etwas, was uns verbindet.
Ich kann nicht loslassen, obwohl er mich schlecht behandelt.
Er nimmt mir meine Liebe, meine Lust  am Leben.
Dennoch behalte ich ihn.
Treuer Wegbegleiter seit vielen Jahren.
Immer da, immer bei mir, immer nah.
Er zügelt mich, er straft mich, wenn ich mich hingebe.
Fett, eklig, nicht mit anzusehen, dreckiges stück scheiße, jeder hasst dich, er liebt dich nicht.

Und schon wieder habe ich es heute verkackt.
Ich schaffe es nicht mal einen Tag.
Obwohl ich genug zu tun habe, vertrödel ich damit meine Zeit.
Einaufen, Fressen, Kotzen, Rauchen, Fressen, Kotzen, Rauchen...
Immer und immer wieder.

Selbsthass
Selbsthass
Selbsthass