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Mittwoch, 15. Januar 2014

love.or.not

Ist das Liebe?

Die Tage überlege ich, was Liebe ist oder viel mehr, was man lieben kann? Man kann natürlich seine Familie, seine Freunde, seine Tiere lieben. Dieses wohlige Gefühl, wenn man an die Person denkt und das Feuer, dass sich im Herz entfacht, wenn man mit seinen Liebsten zusammen ist. Auch liebt man Essen, Tage und Serien. Es ist eine Floskel, die man so daher sagt und manchmal wohl doch so meint.

Zu allererst schleicht sie sich vom Hintergrund an und erfasst dich am Herz, umschlingt deine Seele und füllt dich mit Wärme. Du siehst, was du liebst und weißt, dass du es liebst. Doch kann man etwas lieben, was irgendwie nicht da ist? Was keine Person, kein Tier und nichts materielles ist. Nichts, was man anfassen oder riechen kann. Nichts, was mit die kommuniziert oder dir etwas zeigt. Kann man etwas lieben, was einen zerstört und einem die Lebenslust raubt? Sie hat sich angeschlichen, vom Hintergrund, hat mich an einem Herz erfasst und meine Seele fest umschlungen. Doch sie füllt mich nicht mit Wärme. Sondern mit loderner Hitze. Ein Feuer, welches mich von innen heraus verbrennt. Man sollte meinen, ich neige zur Selbstgeißelung, dass ich sowas lieben kann, doch es stimmt. Sie hält mein Herz fest und schützt meine Seele. Das Feuer lässt mich aufatmen und füllt mich aus, dass ich nicht einfalle. Durch sie bin ich jemand, durch sie kann ich mich definieren, durch sie habe ich ein Ziel. Das Feuer lodern lassen, dass es nie erlischt.  Du kannst etwas und das kannst du gut und das verdankst du einzig und allein deiner Liebe. Deiner hemmungslosen Liebe zu ihr. Die Liebe, die dich fliegen lässt. Die, die dich nie fallen lässt. Die Liebe, durch die du nie allein bist. Immer hast du die an deiner Seite, die du liebst. Du knickst ein und sie baut dich auf.

Kann man etwas hassen, was man liebt? Kann man etwas so sehr hassen, dass man es sich am liebsten ausreißen möchte? Du möchtest dein Herz aus dir heraus reißen, dass sie dich endlich loslässt. Du willst deine Seele befreien und innerlich windest du dich gegen den Druck. Du kannst durch die Hitze nur schwer atmen und willst sie auslöschen. Du liebst es, doch du hasst es. Du hasst das, was du liebst und das zerstört dich. Du fliegst durch sie, doch wohin? Du hasst es, dass du die Richtung nicht kennst. Sie ist unberechenbar und unbrechbar. 

Ich klammere an ihr und sie an mir. Ich kann sie nicht los lassen, weil sie sich bei mir wohlfühlt. Ich gebe ihr Wärme und sie brennt mich von innen aus. Sie ist meine Liebe; doch ist das Liebe?

Samstag, 11. Januar 2014

away

Schwerelos - Für kurze Zeit


Ich sitze an meinem Schreibtisch und lerne. Ich bin allein. Die nächste Klausur ist Ende Januar. Konzentration schwindet und fliegt mir wieder zu. Ich beobachte meinen Kater, wie er einen Hausschuh von mir jagt. Ich belächle das. Mein Blick richtet sich auf das, was ich lernen möchte. Er kommt mauzend und schnurrend angesprungen und macht es sich auf meinen fetten Schenkeln bequem. Geistesabwesend streichle ich ihn. Meine Gedanken schwinden zu einer Freundin. "Ich pass auf mich auf ", "Ich werde nur etwas weniger essen" waren ihre Worte. Doch ich traue mich nicht, ihr zu schreiben, dass sie die Finger von der Scheiße lassen soll. "Ich hab mich mal ein wenig über Magersucht und Essstörungen informiert" teilte sie mir mit. Ich bringe es immernoch nicht übers Herz, es wird so bevormundend und besserwisserisch klingen, wenn ich ihr sage, dass die Scheiße Leben zerstört und dich nicht mehr glücklich sein lässt. Es beeinflusst dich in jeder Hinsicht. Es kriecht in deine Gedanken, unter deine Haut, in jede deiner Bewegungen. Du kannst nichts sehen und anfassen, ohne dich daran zu erinnern und daran zu denken. Kalorien für Kalorien liegt im Kühlschrank und nicht etwa der Joghurt neben dem Käse. Es umhüllt dich, wie ein schwarzer Schleier. Es verleiht dir Flügel, wie einem Dämon. Du denkst du kannst fliegen, doch dabei stürzt du nur weiter in den Abgrund, ohne zu wissen, wo die Reise hingeht. Deine Wünsche werden absurder und du wirst kranker und in dich gekehrter. Freude ist ein Fremdwort, Spaß sein Begleiter. Die Waage wird dein bester Freund und Feind. Nie wieder kriegst du es los. Die Flügel brennen und fleischen sich ein und der Schleier drückt dir jegliche Luft zum atmen ab. 

Ich bin noch lange nicht fertig damit, obwohl ich sie verdamme, bis ins tiefste. Doch ich liebe sie. Ich liebe sie über alles, sie gibt mir Kraft, Halt und ein Ziel, was groß genug ist, woran ich mich orientieren kann. Hungern, Kotzen, Hungern, Fressen, Hungern, Kotzen. Alltäglich, allgegenwärtig. Ich kann nicht ohne sie, ich kann auch nicht mit ihr, aber dennoch mehr mit als ohne.

Sie verlieh mir Flügel, ich war schwerelos, für kurze Zeit.