Der Tag hatte nicht mal verkehrt angefangen. Da ich heute nur Schule hatte, habe ich mir wie die letzten Wochen vorgenommen "flüssig" zu bleiben. Zwei Kaffee, zwei kleine Fruchtsäfte und ansonsten zuckerfreien Eistee *so much in loooooove* . Soweit so gut.
Eine Freundin kam heute vorbei und wir haben uns vorher was knabbern geholt - blödeste Idee ever. Ich hab versucht mich zurückzuhalten und möglichst wenig davon zu essen. Meine Finger klebten und glänzten vom ekligen Fett, was sich schon gierig an meine Hüften ablagerte. Ich hab versucht mir das Gefühl wegzutrinken und mir selbst vorzulügen, ich bin so "voll" wegen des Trinkens. Tja, so einfach kann man sich doch selbst belügen - dreckige Versagerin. Kotzen war
Es musste so kommen, wie es kommen musste - er kam nicht. Kaum war die Tür geschlossen und ich mich vergewissert habe, dass meine Freundin wirklich weg ist, habe ich mir die restichen Tüten Chips weggehauen, halbe Gläser Erdnussbutter und Nutella, etwa ne halbe Packung Toast und massig Schokolade und Weingummi nebenbei -da is nichts mehr mit "Ach das Trinken, deswegen bin ich so voll".
Jetzt hock ich hier, Gesicht ist angeschwollen, sauer auf mich selbst
Ich darf ihm eigentlich keinen Vorwurf machen. Wenn man kurzfristig keine Zeit hat, dann hat man keine Zeit, ist ja nicht so, dass ich weglaufe. Bin eh gefangen in meinem Kotzschloss. Aber der Plan war durchdacht und zurecht gelegt.
Daran merke ich doch wieder, wie abhängig ich von anderen bin. Ich habe mich selbst überhaupt nicht im Griff und mein fettes, gefräßiges Ich (Oh, hey, da gibt es ja nur eins, ICH ALLEINE!) wartet nur auf eine Möglichkeit sich alles reinzudrücken und reinzuzwängen, was in greifbarer Nähe ist - was in meiner kleinen Wohnung nicht grade schwer ist.
Manchmal wünschte ich mir, ich hätte es mehr im Griff. Ich habe es schon wieder ein, zwei Mal probiert, aber es will einfach nicht klappen. Grade wenn ich alleine bin, ist alles in meinem Magen zu viel. Jedes kleinste Essen belastet meinen Magen so sehr, dass ich mir denke "Fuck off, immer rein da, ist doch eh schon halb voll".
Ich bin eigentlich überhaupt nicht fähig alleine zu wohnen, aber mit jemandem zusammen da habe ich große Panik vor. Ich möchte zwar mit meinem Freund zusammenziehen, aber je näher "der Termin" rückt, desto weiter kriege ich Panik. Und etwa nicht, weil ich mir denke, dass wir bestimmt viel Essen werden oder nicht miteinander klarkommen sondern weil es für mich schwieriger werden wird zu Kotzen. Anstatt mich auf die Wohnung & auf den neuen Lebensabschnitt zu freuen, frage ich mich, wann ich wie wo am Besten Kotzen kann und wie lange er ungefähr wohl arbeiten wird.
Manchmal frage ich mich, ob ich bindungs - & beziehungsfähig bin oder ob ich mir nur jemanden suche, von dem ich mich abhängig machen kann und den ich, anstelle von meiner ekligen, fetten Wenigkeit, lieben kann.
Irgendwie finde ich keine abschließenden Worte, deswegen lass ich das einfach mal so stehen.
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